Im Einklang mit der Natur – Das Offene Atelier macht einen Ausflug um meine vier Ecken

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Ich freue mich auf morgen, denn ich werde mit meiner Schülergruppe das Sinclair Haus in Bad Homburg besuchen. Gemeinsam wollen wir uns diese Ausstellung mit ca.120 Werken der Künstler Joseph Beuys, Franz Marc und Ewald Mataré ansehen. Es ist ein Ausflug gleich bei mir um die vier Ecken, denn das Sinclair Haus ist ganz in meiner Nähe.

Diese Ausstellung von  Zeichnungen, Aquarellen und Collagen und jeweils einer Skulptur von Franz Marc (1880-1916) und Joseph Beuys (1921-1986) ermöglicht erstmals einen spannungsvollen Vergleich dieser beiden bedeutenden Künstler des 20. Jahrhunderts. Mit einer gezielten Auswahl veranschaulicht sie die gemeinsamen Wurzeln, auf die Joseph Beuys und Franz Marc in ihrem Denken zurückgreifen. In dieser Ausstellung werden auch Arbeiten des Lehrers Ewald Mataré (1887-1965) gezeigt, der als Zeitgenosse Franz Marcs und Lehrer Joseph Beuys stilistisch eine wichtige verbindende  Funktion hat.  

Franz Marc und Joseph Beuys teilen eine spezifische Auffassung der Natur als eine nahezu sakralen Phänomens. Sie vertrauen auf die Erneuerungskraft und die alles überdauernde Vitalität der Natur. Sowohl Franz Marc, als auch Joseph Beuys setzen ihre Naturverbundenheit und ihre christlich geprägte Weltanschauung jeweils in Werke um, die alles kreatürliche und pflanzliche Leben in den großen Zusammenhang der Natur stellen. Wie das Pferd bei Franz Marc zum Symbol des Spirituellen wird, so beziehen Hirsch und Schwan, Biene und Hase bei Beuys ihre besondere Symbolkraft aus christliche, literarischen, biologischen Zusammenhängen, die der Künstler in seinem Oeuvre in eine eigene Mythologie ummünzt. Es verbindet sie darüber hinaus ihr Glaube an die veränderte Kraft der Kunst. Franz Marc sah in einer „neuen“ Kunst geistige Kräfte am Werk, die seiner Ansicht nach geeignet waren, einen allgemeinen Gesinnungswandel einzuleiten. Beuys dagegen, dessen  Gesellschaftskritik von vergleichbaren Ansätzen wie Franz Marc ausging, setzte seine Vorstellung zum Teil in konkretes politisches Engagement um und griff mit bestimmten Aktionen konkret in die Gestaltung und Veränderung der Umwelt ein.

Ewald Mataré (1887-1965) war mit der Bedeutung, die er dem Tier als Symbol für das Kreatürliche beimaß, ein Mittler zwischen den Anfängen der expressionistischen Moderne in Deutschland und Joseph Beuys. Die wichtigsten, mit einem eindrucksvollen Willen zu unbedingter formaler Klarheit umsetzten Themen von Matarés Kunst sind das Tier und die Landschaft. Die Konstante seiner künstlerischen Arbeit was das Streben nach Vereinfachung, Verdichtung und Sichtbarmachung. Dieser Aspekte repräsentieren für Mataré die innere Ordnung der Natur- wie sie auch für Franz Marc und Joseph Beuys von entscheidender Bedeutung waren.

Wir sehen uns morgen 18 Uhr am Atelier. Anmeldung unter www.bianca-scheich.de oder bianca-scheich@t-online.de

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